Herbst-Abenteuer im Urho-Kekkonen-Nationalpark

Hendrik Morkel

Der Urho-Kekkonen-Nationalpark ist ideal für Trekking Anfänger die sich schrittweise an längere Trekkingtouren heranwagen möchten. Mit der sehr guten Infrastruktur in der Basiszone können Anfänger sich mit der Gegend und dem Gelände vertraut machen, bevor sie sich in die Wildniszone mit ihren hohen Fjells, Flussüberquerungen, gemütlichen Hütten und Saunas aufmachen. Besonders jetzt im Herbst lädt der UKK Wanderer von nah und fern ein, ihn in seinem schönsten Gewand zu sehen.

Basis und Wildnis Zonen

Der Urho Kekkonen Nationalpark ist in vier Zonen unterteilt: Die Basis Zone, in der es markierte Pfade gibt und wo man nur an designierten Stellen kampieren darf, und die Saariselkä, Nuortti und Kemi-Sompio Wildniszonen, in denen Pfade nicht markiert (aber vorhanden!) sind, und man fast überall kampieren darf. Ausnahmen sind die Paradiesschlucht (Paratiisikuru), die Schneeschlucht (Lumikuru), baumlose Fjells und die Umgebung von alten Strukturen. 

Es ist Punkt 12 als Jakob und ich in Kilopää aussteigen. Hier hat Suomen Latu, der Finnische Ski-Langlauf Verein, ein Hotel und Besucherzentrum errichtet, samt Café und Restaurant, einem kleinen Laden, in dem zu fast schon unerhörten Preisen daheim vergessene Outdoor Sachen verkauft werden, und ein großer Parkplatz, der auch an diesem sonnigen Mittwoch sehr gut gefüllt ist. Wir wundern uns schon ein wenig über die Massen, wollten wir doch eigentlich mehr Einsamkeit diese Woche.

Doch es dauert keine 10 Minuten auf dem Pfad bis wir die Scharen von Menschen, die alle nur auf den Kilopää Gipfel wollen, passiert haben und wieder allein sind. Gelegentlich kommen uns hier, auf der mit roten Kreuzen markierten Route, noch Wanderer entgegen, aber sobald wir auf den Fjellpfad nach Osten abbiegen sind wir wirklich allein. Na ja, fast: Eine Herde von Rentieren ist in einiger Distanz und ist zumindest so interessiert an uns wie wir an Ihnen. Wir folgen dem Pfad, der hier anscheinend mit einem Quad von den Rentier Züchtern angelegt wurde, und kommen nach nicht einmal zwei einhalb Stunden an der Rautulampi Hütte an, unser eigentliches Tagesziel. Der Wind bläst stark über den klaren See der zwischen den zwei Fjells Rautupää und Kutturapäät liegt und wir beschliessen das einer Tasse Tee in der Hütte nichts entgegenzusetzen ist.

Der Tee steht dampfend vor uns als die Tür aufgeht und ein Tschechisches Paar sich zu uns gesellt. Sie hätten eine Freundin auf dem Weg zur Hütte hier verloren, ein weiterer Freund wäre Sie am suchen. Wir bieten Ihnen das restliche warme Wasser an, trinken aus und schultern unsere Rucksäcke. Als wir die Tür öffnen kommen uns die Freunde entgegen, man hat sich und dann doch sicher hierher gefunden.

Dem Pfad folgend machen wir uns weiter auf den Weg zum Taimenlampi, dem Forellensee. Nach einer Weile nehmen wir eine Peilung und wandern das Lankopää Fjell hinauf. Nach den dichten Birkenbüschen öffnet sich das weite Fjell vor uns und der Wind bläst mit aller Macht. Mit Fleece- und Windjacke überqueren wir es, bis uns klar wird, dass wir auf diesem Weg wohl länger unterwegs sein würden als gedacht. Das, was auf der Karte nach nur kleinen Tälern aussah, ist hier, vor uns, doch etwas weiter. Wir steigen also wieder hinab zum Pfad, und folgen ihm zur Lankojärvi Hütte.

Während ich gerne draußen kampieren würde, bevorzugt Jakob die Hütte. Und da es nicht nach ganz prächtigem Wetter aussieht, schliesse ich mich Ihm an, und breite meine Isomatte und Schlafsack drin auf der Schlafplattform aus. Der Gaskocher in der Hütte hat das Wasser vom Fluss im Nu zum kochen gebracht, und so sitzen wir beide im Kerzenschein und gucken raus auf den Fluß und die Fjells während wir unser Essen zu uns nehmen. “Ein Lagerfeuer draußen gehört dazu” erkläre ich Jakob, der eigentlich gerne schon schlafen gehen wollte. Aber als ich Ihm zeige wie man mit einem Messer, Feuerstahl und etwas Birkenrinde Feuer macht findet er es doch ganz in Ordnung draußen mit mir ums Feuer zu stehen und warmen Kakao zu trinken. Sogar der Wind ist uns gut gesinnt und keinem von uns bläst der Rauch entgegen. Perfekt!

Langsam und Querfeldein

Am nächsten Morgen lassen wir es ruhig angehen. Mein Fuß, von einem Trailrunning Marathon weniger als eine Woche her, schmerzt leicht, aber es wird besser als wir am laufen sind. Zur Porttikoski Brücke sind es lauf Karte nur knapp 6 km, aber trotzdem sind wir über 2,5 Stunden unterwegs. Dort angekommen gibt es ein leckeres Mittagessen bevor wir wieder eine Peilung nehmen und quer über einen Hügel drei Kilometer durch die Wildnis laufen. *“Bist Du sicher das wir dort nun auch ankommen?*” fragt Jakob nach. Ich versichere Ihm das wir an der Sotavaaranoja Brücke ankommen werden. Der bewaldete Hügel ist übersäht von Besenheiden und Blaubeersträuchern und ich erinnere mich, wie wir mit 10 Jahren jeder ein neues Paar gelbe Wanderschuhe bekamen und ich meine keinen Tag später in den Südtiroler Alpen beim Rennen durch Blaubeersträucher einsaute. Wir lachen, und als wir anderthalb Stunden später punktgenau an der Sotavaaranoja Brücke ankommen, verfliegen auch die letzten Zweifel an meiner Navigation.

Eine Tüte Studentfutter ist zwischen uns beiden schnell geteilt und Jakob hat auch kein Problem mir die Wallnüsse abzutreten, da ich diese besonders gut finde. Die Wasserflaschen werden aufgefüllt und auf einem weichen Waldpfad folgen wir immer weiter ansteigend den Fluß hinauf. Entlang des Pfades weissen viele Feuerstellen auf andere Wanderer hin, die hier wohl übernachtet oder gerastet haben. Das heisst wohl das wir nun in der Wildernis Zone sind, in der kampieren fast überall gestattet ist. Wir aber laufen weiter, biegen an der Gablung nach links ab und steigen einen Ausläufer des Kaarnepää Fjell hinauf. Schnell wird aus dem weichen Waldpfad ein steiniger Hügelpfad, doch die Aussicht von oben belohnt uns: Wolken rasen über den Himmel, werfen Schatten auf die umliegenden Fjells – und von denen sehen wir hier oben einige: Siliäselkä, Vaulopää und Sollanpää sind alle zu sehen, während unten im Tal der Sarvijoki Fluß sich durch den Wald schlängelt.

Wir steigen hinab, vorbei an der fantastisch aussehenden Sudenpesä Miethütte zur Sarvioja Hütte, die wie auch die Lankojärvi Hütte zweigeteilt ist: Eine Seite die Autiotupa, der offene Teil, und die Varaustupa, der Mietteil der Hütte. Wir beziehen die Autiotupa nachdem die Wettervorhersage Regen andeutet und lassen die Unterkünfte aus Cuben und Silnylon eine weitere Nacht im Rucksack. Während wir warten dass das Wasser kocht, reden wir über Familie, Beruf und die Heimat. Wie immer haben wir viel zu besprechen, man sieht sich halt doch zu wenig. Nach dem essen geht es in den Schlafsack, morgen wollen wir etwas früher los als heute.

Gipfelglück am dritten Tag

Mein Wecker klingelt um sieben und pflichtbewusst stehe ich auf, setzen den Kessel auf den Herd – und lege mich dann noch einen Moment hin. Es ist frisch in der Hütte und als das Wasser kocht schlüpfe ich zum zweiten Mal aus dem Quilt und ziehe mir auch gleich die Fleecejacke an. Kaffee, Müsli und immer Mal wieder ein “Aufstehen!” kriegen dann auch endlich Jakob aus dem Schlafsack. Wir sind am zusammenpacken, als ein Wanderer die Hütte betritt. Zu unserer Überraschung ist der frühe Gast ein Deutscher Arzt und so wird aus unserem frühen loslaufen nichts, den wir unterhalten uns fast eine Stunde mit dem Herrn, der nun auf dem Weg nach Hause ist.

Als wir die Hütte verlassen haben wir zum ersten Mal unsere Regenjacken an, denn den ganzen Morgen regnet es schon. Wir haben den ersten Anstieg zur Paradiesschlucht hinter uns als die Sonne rauskommt und schon wird es zu warm für die Regenjacken. Die Paradiesschlucht hat Ihren Namen übrigens zurecht, das weite Tal ist wunderschön und die Herbstlichen Farben Rot, Orange und Gelb sind überall präsent. In strahlendem Sonnenschein erreichen wir das Ende des Tals und stehen vor riesigen graue Felsen die zum Plateau führen. Wir klettern und laufen über die Felsen und das Geröll an der Seite der Schlucht hoch und nach einigem Fluchen freuen uns über die wunderbare Aussicht. Der Wind ist allerdings enorm hier oben und so gehen wir weiter zum Gipfel des Uskelmapää, des zweit-höchsten Fjells im Nationalpark. Die Aussicht von hier ist fantastisch, in alle Himmelsrichtungen kann man weit blicken, nur der Sokosti, der mit einem Funkturm einfach zu identifizieren ist, ist noch ein Stückchen höher. Wir steigen durch die ebenso steinige Teufelsschlucht hinab zur Baumlinie und folgen dem Pfad zur Muorravaarakke Hütte. Unterwegs werden wir von einem leichten Schauer überrascht und ziehen heute zum zweiten Mal die Regenjacken an, doch als wir an der Muorravaarakke Hütte ankommen ist es schon wieder so warm und der Regen weitergezogen, das wir sie wieder ausziehen können.

Hier in der Muorravaarakke Hütte ließe es sich aushalten, stellen wir beide fest. Eine schöne Hütte vor einem kleinen Fluß mit einer tollen Kulisse. Aber wir wollen weiter, zudem ist es ja erst 15 Uhr nachmittags. Wir überholen die Niederländische Familie im Anstieg, die auch zur Anterinmukka Hütte unterwegs ist und versprechen Ihnen die Sauna warm zu halten. Oben angekommen eröffnet sich wieder ein grandioses Panorama: Hinter uns sehen wir den Uskelmapää, die Teufelsschlucht die wir ein paar Stunden zuvor hinunterkamen und vor uns erheben sich Kuikkapää, Rovapää und ein weites Plateau voller gelber & orangener kleiner Birken. Unterwegs kommen wir sogar an laufenden Bächen vorbei, die ein kampieren hier oben ermöglichen würden.

Ab in die Sauna

Wir aber wollen in die Sauna. Im Urho Kekkonen Nationalpark gibt es sechs Saunas und in die Sauna an der Anterinmukka Hütte zieht es uns heute Abend. Als wir ankommen treffen wir zwei Herren, die auch im Bus nach Saariselkä mit uns sassen. Einer habe sein Knie verletzt und Sie hätten heute einen Ruhetag gehabt, bevor Sie morgen zurück nach Raja Jooseppi wandern würden. Ich erkundige mich nach der Sauna und Sie sagen uns das Sie noch warm sei, ein anderer Wanderer wäre gerade in Ihr. Wir stellen unsere ultraleichten Behausungen auf während wir auf die Sauna warten. Neben einem kühlen Fluß liegend, mit Blick gen Osten und Süden, ist die kleine Sauna bei der Anterinmukka Hütte sicher einer der schönsten im Nationalpark. Als der Herr nach oben kommt, unterhalten wir uns noch kurz mit Ihm bevor wir mit Handtüchern, Irischem Whiskey und unseren Kuksa Tassen runter zur Sauna gehen.

Drin ist es angenehm heiß und wir genießen es nach drei Tagen wandern den Schweiß und Dreck abwaschen zu können. Im Fluß gibt es eine Stelle die tief genug ist zum schwimmen, doch das Wasser ist so eiskalt das wir nicht lange drin bleiben – also wieder ab in die warme Sauna. Nach anderthalb Stunden sind wir nun wirklich sauber und ziehen uns wieder an und gehen hoch – aber erst legen wir noch einige Scheite Holz nach, so dass die Niederländische Familie auch eine warme Sauna vorfindet! Die sind gerade angekommen als wir in die Küche der Hütte gehen und freuen sich das die warme Sauna auf Sie wartet. Jakob und ich essen und ziehen uns dann unter unsere Tarps zurück.

Das Thermometer meiner Uhr sagt es wären 2°C in der Nacht gewesen, aber wir haben beide warm und komfortabel geschlafen. Nach einem guten Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg, der hier zur Abwechslung mal wieder von einem Quad stammt und uns so erlaubt nebeneinander zu laufen. Wir sind schnell heute morgen und kommen schon nach einer Stunde an der Anterinjoki Feuerstelle an, an der wir nach rechts abbiegen und die Pfade hinter uns lassen – es geht wieder querfeldein. Wir folgen dem Fluß, der nunmehr zum Bach wird, weiter, und als ich ein Foto am machen bin sehe ich zu meiner Überraschung Pfifferlinge! Zu dieser Jahreszeit hier im Norden eine Seltenheit, pflücke ich die Leckereien und nehme Sie mit, um heute Abend ein kleines Festessen zu zaubern. Doch bevor es soweit ist, müssen wir einige Fjells hoch: Erst den Vesipää hoch, dann runter und den Sokosti hinauf, weitere 350 Meter Anstieg.

Der erste Anstieg ist schnell gemeistert, es geht gemächlich über einfache Geröllhalden und Wiesen dem Grat hingegen, wir finden auch hier reichlich Wasser das aus dem Fels springt, so das wir unten nicht hätten auffüllen müssen. Auf dem Grat angekommen wechseln wir die Seite, und klettern eine steile Geröllhalde hinab, davon werden wir noch einige durchqueren, wie wir vor uns sehen: Nach dem Tal geht es eine einzige Geröllhalde bis zum Sokosti hinauf. Auf dem weg hinunter schrecken wir noch eine Gruppe Moorschneehühner auf, die eilig vor uns weg segeln. Unten angekommen erwartet uns ein Paradies: Kleine Bäche sprudeln zwischen hohen Gräsern, vereinzelnd stehen Birken, Ebereschen und Lärchen in Ihrem Herbstgewand um uns, während wir zwischen Blaubeere und Besenheide hindurchlaufen.

Die Geröllhalde zum Sokosti hinauf scheint kein Ende nehmen zu wollen und wir sind erleichtert als wir an den Hütten ankommen. Dann macht sich Enttäuschung breit: Die Hütten gehören einem Telefonunternehmen und sind abgeschlossen und beinhalten die Technik für den Funkturm. Die ganze Elektronik wird von einer langen Photovoltaikanlage angetrieben – uns wäre eine schöne Hütte für Wanderer auf dem höchsten Gipfel Ostfinnlands viel lieber! Wir steigen ab, doch die zwei Pfade sehen wir nicht. Hin und wieder weisen aufgetürmte Steine auf den Pfad hin, doch Sie stehen so unregelmässig das Jakob und ich unseren eigenen Pfad hinunter gehen, vor uns ganz eindeutig unser Ziel: Der Luirojärvi See und seine Sauna! Als wir an der Baumgrenze ankommen treffen wir auch auf den Pfad, der nun immer weicher und weicher wird je mehr wir gen Richtung See wandern.

Die fünf Kilometer vom Gipfel zur Sauna vergehen im Flug und die vier Hütten hier unten sind gut besucht. Wir unterhalten uns mit einem Vater & Sohn Duo aus Helsinki und einem jungen Finnen der einen gewaltigen Rucksack trägt. Wir machen die Pfifferlinge sauber, hacken Holz und holen Wasser vom See, der mit einem wunderschönen Panorama vor uns in der Sonne glänzt, bevor wir in die Sauna gehen. Nach der Sauna wandern wir noch einen Moment weiter auf die andere Seite des Sees und schlagen dort das TrailStar auf, machen ein Feuer und genießen die aufziehende Nacht und die Sterne die sich im See vor uns spiegeln.

Spät und trotzdem weit

Mein Alarm weckt mich wieder um sieben Uhr und als ich den Kopf hebe um zu sehen wie das Wetter ist, sehe ich viel Nebel und dahinter eine Sonne die noch nicht hindurch scheinen vermag. Ich lass Jakob weiter schlafen und mache leise das Feuer wieder an und koche Wasser für unser Frühstück. Unten am Ufer verschleiert der Nebel die andere Seite des See und sogar die dahinter liegenden Fjells kann man nicht mehr sehen. Nur langsam vermag die Sonne den Nebel durchdringen und als wir sehr spät gegen 10 Uhr aufbrechen ist auch der Nebel verschwunden und gibt den Blick auf die Wälder und Fjells wieder frei.

Die ersten 8 km zur Tuiskukuru Hütte vergehen mal wieder wie im Flug und auch sonst scheinen wir heute super voran zu kommen. An der Aitaoja Brücke und Feuerstelle haben wir ein spätes Mittagessen und ich bin verlockt die tenkara Fliegenrute auszupacken. Doch so sehr ich am Fluss entlang pirsche um einen Blick auf Backforellen oder Äschen zu erspähen, im Wasser scheint kein Fisch zu schwimmen und so bleibt die Japanische Fliegenrute eingepackt. Zur Suomunruoktu Hütte ist es nicht weit und auch die Suomunlatva Laavu ist schnell erreicht. Eigentlich wollten wir hier übernachten, doch es sind schon viele Wanderer hier. So füllen wir alle unsere Wasserflaschen auf gehen weiter. Oben auf einem Ausläufer des Niilanpää Fjells genießen wir die weite Aussicht, und beschließen die letzte Nacht hier zu verbringen. Der Gaskocher versorgt uns mit heißem Wasser als die Sonne im Westen untergeht und das Abendrot danach möchte nicht enden. Die Sterne gehen langsam über uns auf und grüne Nordlicher tanzen verlegen am Himmel als wir uns in unsere Quilts schlafen legen.

Am nächsten morgen machen mein Bruder und ich uns dann auf die letzten paar Kilometer nach Kilopää. Wir erreichen die Station nach einer Stunde und haben in dieser Stunde schon über zwei Dutzend Wanderer getroffen – soviel, wie die ganzen Tage davor nicht mal zusammen. So liegt die Wildnis des Urho Kekkonen Nationalparks nun hinter uns, und wir sind ein gemeinsames Abenteuer reicher. Ein Abenteuer, an welches wir uns auch in 20 Jahren sicher noch mit Freude erinnern werden, genau so wie wir uns auf dieser Tour an Erinnerung von vor 20 Jahren erinnert haben!

Tipps für eine Wanderung

Anreise: Am schnellsten und komfortabelsten ist es mit dem Flugzeug nach Ivalo. Von dort geht es mit dem Bus oder Taxi zu einem der Startpunkte – Raaja Jooseppi, Saariselkä, Kilopää und Tankavaara.

Alternativ und sehr Zeit-intensiv ist die Anreise mit der Bahn und Bus. Mit dem Nachtzug von Helsinki, Tampere oder Oulu nach Rovaniemi, von dort mit dem Bus weiter zu den Startpunkten.

Beste Zeit: Zwischen Januar und April kommen Skitouring Wanderer im Urho Kekkonen Nationalpark voll auf Ihre kosten, während Wanderer die lieber zu Fuß unterwegs sind zwischen Juli und September den Nationalpark besonders attraktive finden werden.

Karte: Die Koilliskairan ulkoilukartta Karte im 1:100.000 Masstab ist die beste Karte für den Urho Kekkonen Nationalpark. Erhältlich in Finnischen Buchhandlungen und Outdoor Geschäften ab €17,50.

Unterkunft: In Kilopää, Saariselkä und Ivalo gibt es Hotels, Hostels und Ferienhäuser. Im Nationalpark selbst gibt es mehr als zwei Dutzend Varaustupas, reservierbare Hütten. Ein Schlafplatz in solch einer Hütte kostet 10€/ pro Person/ pro Nacht, mit einem Maximum von zwei Nächten. Die Forstverwaltung vermietet alle Betten sofern es Interesse gibt, wer eine Hütte für sich alleine haben will sollte eine der Miethütten und Unterkünfte mieten, die zwischen 20€ und 42€ pro Nacht kosten.

Ausrüstung: Wer plant in den Hütten zu übernachten braucht kein Zelt, aber besonders in der Hochsaison – August & September – kann es eng werden und entweder man reserviert einen Platz im Mietteil einer Hütte oder nimmt ein Tarp als Backup mit.

Die Länge der Tour bestimmt das Volumen des Rucksacks – für eine Woche mit leichtem Gepäck im Herbst reicht zum Beispiel ein 55 l Rucksack. Ein Quilt oder Schlafsack mit einem Komfortbereich von 0°C ist für den Herbst angemessen, wenn man draußen übernachtet, in den Hütten kommt man mit 5°C oder mehr Komfortbereich zurecht.

Kochen kann man an den über 120 Feuerstellen oder in den Hütten, die für gewöhnlich neben einem Gasherd auch etliche Töpfe, Pfannen und Kessel haben. Wer auf einem Gipfel einen Tee trinken möchte, der ist mit einem Gaskocher gut beraten. Trekkingstöcke sind im Anstieg und Abstieg sinnvoll, eine Kopflampe braucht man erst ab September – davor scheint die Sonne hier oben fast die ganze Zeit.

Wetter: Das aktuelle Wetter im Nationalpark & eine 8-tägige Vorschau können Sie auf der YR Webseite sehen.

Mehr Information: Viel mehr Informationen, zum Beispiel über die Öffnungszeiten der Besucherzentren, finden Sie auf der Webseite des Nationalparks.