Kathrin Deter

5 Ausflugsziele im Süden Finnlands

Kotka-Hamina

Wer im Süden von Finnland unterwegs ist, kommt an der Region von Kotka-Hamina nicht vorbei: nur anderthalb Stunden östlich von Helsinki gelegen, bietet sie Sehenswürdigkeiten, Natur und Kulinarik vom Feinsten! Wir entdecken die Gegend um Kotka nur für ein paar Tage und sind in solch kurzer Zeit schon begeistert von der Vielseitigkeit, die locker einenWochenendausflug füllt.

Strömforsin Ruukki

Wir beginnen unsere Reise im unglaublich idyllischen Dorf um das ehemalige Eisenwerk von Strömforsin Ruukki. Seine Geschichte beginnt schon um 17. Jahrhundert, was auch heute noch zu spüren ist. Von dem Herrensitz in einer eleganten hellgrauen Holzvilla bis zu den rustikalen ehemaligen Hammerwerkstätten ist Strömforsin Ruukki wirklich ein lebendiges Ausflugsziel. In der ehemaligen Mühle direkt am Wasser lässt sich entspannt ein Essen in der Sonne genießen. Wer es lieber etwas aktiver mag, kann auf dem Fluss paddeln oder eine Wanderung unternehmen. Die dunkelroten, markanten Holzbauten, die am Wasser liegen, sind ein perfektes Postkartenmotiv!

Besonders beeindruckend ist jedoch die achteckige Ruotsinpyyhtä Kirche. Fast schon versteckt in einem kleinen Park steht sie majestätisch am Rande des Dorfs. Das einzigartige Altargemälde ist ein Werk von der finnischen Künstlerin Helene Schjerfbeck.

Loviisa

Besucht man die kleine Stadt Loviisa, die gemütlich in einer Bucht liegt, kommt man nicht an der Laivasilta area vorbei. In den alten hölzernen Speicherhäusern, in denen ursprünglich Salz und Gewürze gelagert wurden, befinden sich heute Restaurants, Boutiquen und ein kleines Seefahrtsmuseum. Der Gasthafen lädt Bootsbesitzer zum Anlegen ein, die große Terrasse des Laivasilta Restaurants bietet einen wunderschönen Blick auf das Wasser. 

Kotka

Die kleine Stadt Kotka ist vielleicht eines der am meisten unterschätzten Ziele in Südfinnland. Ab1872 war Kotka eine wichtige Hafenstadt, ihre Entstehung liegt jedoch weiter zurück, da sie ursprünglich als Teil einer russischen Festungsanlage gedacht war. Heutzutage kann man von beidem noch viel entdecken: im Vellamo Museum ist die maritime Geschichte der Stadt spielerisch und kurzweilig dargestellt.

Die riesige Ausstellung von Booten der letzten Jahrzehnte und der Überblick über die Schifffahrtsgeschichte sind einzigartig, Vellamo ist ein Museum zum Anfassen und Mitmachen – dieses interaktive Erlebnis ist ein Muss für jeden Besuch in Kotka, nicht nur für Familien! Ebenso besticht Vellamo mit seiner beeindruckenden Architektur. Wie ein modernes Schiff erhebt sich das Museumsgebäude in der Mitte des Hafens, der in den nächsten Jahren immer mehr in das moderne Leben von Kotka mit einbezogen werden wird. Und Vellamo ist erst der Anfang!

Die Insel Varissaari lässt sich von Kotka innerhalb von nur 10 Minuten per Boot erreichen, hier sind Überreste der nach der russischen Kaiserin Elisabeth benannten Festung zu bestaunen. Diese bestand ursprünglich aus zwei Inseln, nach der Aufgabe der Anlage wurde ein Großteil der Festung Mitte des 19. Jahrhunderts zerstört und erst in den letzten Jahren wieder aufgebaut. In der Folge wurde die Insel zu einem beliebten Ausflugsziel. Neben dem Sommerrestaurant kann man hier den Tag auch in der schwimmenden Sauna verbringen, oder mit dem SUP um die Insel herum paddeln.

Kotka war ehemals hauptsächlich als Industriestandort ein Begriff, jedoch hat die Stadt heutzutage noch viel mehr zu bieten, unter anderem ist sie für ihre vielen Parks bekannt. Der Katariina Park auf der Südseite von Kotka, umgeben vom Meer, ist ein besonders attraktiver Teil der Stadt. Geschmückt von Kunstinstallationen und einem Muumin-Spielplatz lädt der Park zum Spazierengehen oder zu einer Radtour ein.

Zum Abschluss empfiehlt sich ein Abstecher zum ehemaligen Wasserturm von Haukkavuori, der einen atemberaubenden Blick über Kotka und weit heraus auf die Schären bietet.

Langinkoski

Die kaiserliche Fischerhütte ist nicht wirklich eine Hütte, sondern vielmehr ein stattliches Holzhaus, das gleichsam elegant und rustikal wirkt. Die wilden Stromschnellen waren schon im 19. Jahrhundert ein Geheimtipp zum Lachsfischen, und das in einer äußerst idyllischen Umgebung. Kein Wunder also, dass Zar Alexander III. gern hierher kam, um den kaiserlichen Pflichten zu entfliehen und Zeit mit der Familie zu verbringen.

Das Haus ist heutzutage Teil der finnischen Nationalmuseen, umgeben von ursprünglicher Natur und den rauschenden Stromschnellen. Kleine Holzbrücken über die verzweigten Wasserläufe ermöglichen einen bequemen Rundgang. Zu dem Komplex gehört außerdem eine kleine Kapelle. Langinkoski ist ein absolutes Highlight auf jeder Reise durch den Süden von Finnland!

Malmgård

Das stattliche Herrenhaus von Malmgård liegt nur etwa 20 Minuten nördlich von Loviisa und eignet sich daher wunderbar für einen Zwischenstopp. Das Anwesen ist noch in Privatnutzung, man kann aber geführte Touren buchen. Das von der niederländischen Neurenaissance inspirierte Herrenhaus wurde in den 1880er Jahren erbaut, aber die Geschichte des Anwesens reicht bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Sein Baustil hat nur wenige vergleichbare Beispiele in Finnland und ist daher einen Besuch wert, nicht nur für Architektur- und Geschichtsliebhaber.

Malmgård hat in den letzten Jahren vor allem mit seiner Brauerei auf sich aufmerksam gemacht. Mittlerweile werden 10 verschiedene Biersorten in kleinen Mengen gebraut und in ganz Finnland sehr erfolgreich vertrieben. Im eigenen Firmenladen kann man zudem noch frisch gemahlenes Mehl und entsprechende Getreideprodukte erwerben, außerdem eine Auswahl an lokal produzierten Spezialitäten und Zutaten.

Kotka-Hamina ist eine wunderbare Region für diejenigen, die aus der Hauptstadt heraus einen Wochenendausflug planen, auch Finnland-Besucher werden hier überrascht! Ein kulinarisches Highlight, das nicht außer acht gelassen, sondern unbedingt probiert werden sollte, sind “Posso”: die mit Apfel gefüllten Krapfen kommen aus der Region und sind wirklich ganz besonders lecker!

Mehr Informationen zur Region findet Ihr direkt bei Visit Kotka-Hamina.
Mehr Eindrücke von der Reise findet Ihr auf Kathrins Blog.

Text: Kathrin Deter
Bilder: Kathrin Deter & Kristof Minnaert