Susanne Krebs

Vom Saimaa-See nach St. Petersburg und wieder zurück

Visumsfrei von Finnland nach Russland 

Der Saimaa-See ist der größte See Finnlands und auch einer der schönsten – meiner bescheidenen und subjektiven Meinung nach. Die Natur hier ist wirklich atemberaubend und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, aktiv zu sein. Ich wandere durch herrlich grüne Wälder, mache mit dem Kanu kleinen Touren auf dem Wasser und nutze die tolle Uferkulisse für ein paar entspannte Yoga-Übungen mit viel klarer Luft.

Eigentlich umgibt mich hier am Saimaa-See nichts als Entspannung und Abgeschiedenheit. Dass ich mich aber nur wenig später so schnell und ohne nennenswerten Aufwand in der beeindruckenden und quirligen Kulturmetropole St. Petersburg wiederfinde, überrascht mich selbst ein bisschen – im positivsten aller Sinne!

Im idyllischen Lappeenranta fängt alles an

In Südkarelien beginnt meine Reise – zumindest die Reise, von der ich Euch hier erzähle. Das wunderschöne Städtchen Lappeenranta liegt idyllisch am Saimaa-See und strahlt diese finnische Lässigkeit aus, die ich so sehr liebe.

Wie ich bereits erwähnt habe, kann man von der Stadt nahe der russischen Grenze aus wunderbar in die umliegende Natur starten und diese aktiv entdecken oder einfach den ganzen Sommer in einem der zig Ferienhäuser direkt am See entspannen und nichts tun. Es lohnt sich aber genauso, Lappeenranta selbst zu entdecken. Da wären beispielsweise die Mitte des 18. Jahrhunderts entstandene Altstadt, das hölzerne Rathaus, die älteste orthodoxe Kirche Finnlands und die Festung im Norden der Stadt.

Im Hafen steht noch eine weitere Burg, die man unbedingt besichtigen sollte, allerdings ist das eine ziemlich sandige Angelegenheit. Zu Beginn jeden Sommers entsteht hier die größte Sandburg Finnlands, die dann von Juni bis August bestaunt werden kann. Tatsächlich ist dieses aufwendig erbaute „Gebäude“ das erste auf meiner Reise, das ich bestaune – und es wird nicht das letzte bleiben.

Zwischenstopp im historischen Wyborg

Von Lappeenranta beginne ich am frühen Morgen meine kleine Flusskreuzfahrt auf dem Saimaa-Kanal, also quasi eine Kanalkreuzfahrt. Der Kanal, der zwischen 1845 und 1856 gebaut wurde, verbindet den Saimaa-See auf 43 Kilometern mit der Ostsee – und er verbindet Finnland mit Russland.

Nach nur 23 Kilometern auf dem komfortablen Schiff M/S Carelia erreiche ich die russische Grenze. Da ich mit dem Schiff als Teil einer Kreuzfahrt „einreise“, wird mir ein großer Vorteil gewährt: Ich brauche mich um keinerlei Visum kümmern. Das gilt für Deutsche wie auch für alle anderen Nationalitäten. Stressfreier kann man kaum nach Russland reisen!

Das Schiff legt gegen frühen Nachmittag in Wyborg an, einer wirklich bezaubernden kleinen russischen Hafenstadt in der Region Leningrad. Wyborg ist eine der ältesten Städte Russlands. Die historische Altstadt und die große Mittelalterburg mit ihrem markanten grünen Turmdach lassen den Ort fast ein wenig märchenhaft wirken. Leider habe ich (noch) keine Zeit, mich in Wyborg ein wenig umzusehen, denn für mich geht es nach dem Anlegen direkt weiter zum Bus – das hole ich auf dem Rückweg allerdings nach!

Höhepunkt im prunkvollen St. Petersburg

Das muss man sich mal vorstellen: St. Petersburg, die zweitgrößte Stadt Russlands, hat fast genauso viele Einwohner wie ganz Finnland. Von der Ruhe, der Natur und der Entspannung des Nachbarlands ist in dieser Metropole nichts spürbar. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn jetzt freue ich mich auf Kunst, Kultur und jede Menge Kontrast.

Nach dem Check-In im schicken Innenstadthotel „Solo Sokos Hotel Vasilievsky“ endet der Tag mit einer abendlichen Bootsfahrt auf der Neva, auf den vielen Kanälen und unter den vielen Brücken des „Venedig des Nordens“. Vom Boot aus entdecke ich schon die ersten opulenten Paläste und Kirchen, die Lust auf den morgigen Tag und weitere Entdeckungen machen.

Am zweiten Tag meiner kleinen Reise lerne ich die Kulturhauptstadt Russlands kennen – und lieben! Natürlich lasse ich mir berühmte Sehenswürdigkeiten wie die Peter-und-Paul-Festung, die Isaakskathedrale, die Auferstehungskirche und den Palastplatz nicht entgehen. Zum Glück liegt alles nah beieinander, so kann ich das zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Stadtzentrum wunderbar erkunden.

Besonders nachhaltig beeindruckt hat mich aber vor allem die Eremitage, das bedeutendste Kunstmuseum Russlands und, neben dem Louvre und dem Prado, auch Europas. Die prunkvolle Außenfassade der Eremitage aus Gold und Grün strahlt mit den vielen bedeutenden Schätzen im Inneren um die Wette und ich habe das Gefühl, der Zar höchstpersönlich tritt gleich um die Ecke.

Den Rest des Tages nutze ich, um St. Petersburg auch etwas abseits der berühmten Bauten zu erkunden. Immer wieder zieht es mich in kleine Cafés, an deren Auslagen ich einfach nicht vorbeigehen kann. Pelmeni und frische Pirogen mit verschiedenen Füllungen sind meine absoluten Favoriten. Und bevor ich nach diesem besonderen Tag müde und zufrieden ins Bett falle, habe ich sogar noch einen echten russischen Vodka probiert. Und hier in dieser schillernden Stadt hat er mir sogar fast geschmeckt.

Und zurück ins natürlich-entspannte Finnland

Was für eine Reise! Am nächsten Tag kehre ich mit dem Bus zunächst wieder nach Wyborg zurück, hole meinen kleinen Stadtbummel nach und fahre schließlich den Saimaa-Kanal nordwärts zurück nach Finnland. Dort angekommen kann ich kaum glauben, dass ich so einfach und so entspannt soeben drei Tage und zwei Nächte in Russland verbracht habe.

Nach St. Petersburg muss ich definitiv nochmal zurückkehren – schon allein, um diese wundervolle Eremitage noch einmal bestaunen zu können. Nun aber freue ich mich sehr, noch einige Tage in der stillen finnischen Natur verbringen zu können und genau das zu tun, wovon ich Euch anfangs erzählt habe: Ich werde die nächsten Tage in einem süßen kleinen Mökki am Saimaa-See verbringen und einfach mal gar nichts unternehmen – einfach nur entspannen und die Ruhe der Natur genießen, denn davon bekomme ich nämlich nie genug.

Tipps vom Dein Finnland Team

Weitere Informationen zu meiner Kreuzfahrt inkl. einer ausführlichen Reisebeschreibung findet Ihr bei Saimaa Travel.

Wenn Ihr in St. Petersburg noch ein ganz besonderes Highlight erleben wollt, wie z.B. eine Ballettaufführung dann findet Ihr das hier.

Wenn Ihr mehr über Saimaa direkt erfahren wollt, schaut doch bei Go Saimaa vorbei.

Mehr über die Seenplatte erfahrt Ihr auch direkt bei Visit Finland

Bilder: Go Saimaa, Mikko Nikkinen